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Mit freundlicher Genehmigung von KEYS / PPVMedien GmbH.

Wer mehr lesen möchte, folge bitte dem Link.

Quelle: https://www.keys.de/artikel/bernd-kistenmacher-im-interview/

Seit 1982 gehört Bernd Kistenmacher zur elektronischen Musikszene Deutschlands. Längst hat er sich dabei von der klassischen Berliner Schule wegbewegt und vermischt heute orchestrale Klänge und Elektronik zu Klangkompositionen in Surround. Letztes Jahr haben wir uns auf ein längeres Gespräch mit dem Klangtüftler getroffen. 

Mit über 30 Soloalben ist Bernd Kistenmacher vielen EM- und Synthesizerliebhabern als Teil der Berliner Schule bekannt. Von langen instrumentalen, rein elektronischen Kompositionen mit hohem Improvisationsanteil im Stile von Tangerine Dream und Klaus Schulze bewegt sich Kistenmacher allerdings schon seit 2009 weg. Sein neues Album Disintegration hat vielmehr deutliche Soundtrack-Anleihen. In seinen Arrangements treffen orchestrale Sam­ples auf unterschiedlichste elektronische Klangerzeuger – von analoger Hardware wie dem Minimoog über den Roland V-Synth bis hin zu virtuellen Instrumenten wie U-He Zebra.

Mit bestem Dank an Steinberg Media Technologies GmbH

Quelle: https://www.steinberg.net/de/community/storys/2017/kistenmacher.html

Hamburger Planetariumskonzert mit Bernd Kistenmacher

Von Cornel Hecht, 2. Februar 2017

Sucht man nach dem Ursprung der Elektronischen Musik so landet man dabei fast ausschließlich in Europa mit Künstlern wie Luigi Russolo in Italien mit „The Art of Noises“, dem Theremin in Russland und Musikern wie Karlheinz Stockhausen aus Köln oder Pierre Schaeffer mit der „Musique concrète“. Zweifelsohne besteht eine Verbindung zur klassischen Musik mit langen instrumentalen Stücken abseits der gewohnten Pop-Strukturen.

Die EM-Musiker der ersten Generation in Deutschland sind schnell aufgezählt: Klaus Schulze, Tangerine Dream aus Berlin und Kraftwerk aus Düsseldorf. Anfang der 80er Jahre wurden diese durch eine neue Musikergeneration abgelöst, die den klassischen Sound der Berliner Schule auf neue Art interpretierte.

Bernd Kistenmacher zählt zu dieser zweiten Generation elektronischer Musikproduzenten. Seine Karriere begann 1982 und seitdem sorgt Kistenmacher mit einem konstanten Output an Live-Konzerten und Studioproduktionen für eine Bereicherung der Elektronikszene.

So listet seine Diskografie weit über 20 Solo-Alben. Aktuell gibt er Live-Konzerte in Planetarien welche besonders spektakulär sind. So neben Bochum auch in Hamburg. Wir nehmen die Vorbereitungen zu dem geplanten Hamburger Planetariumskonzert auch zum Anlass für dieses Interview.

Das Konzert basiert auf deinen Kompositionen aus dem neuen Album „EMpathy“. Hattest du beim Komponieren und Produzieren der Stücke bereits im Hinterkopf, diese in einem Surround-Umfeld, wie das in einem Planetarium, aufzuführen?

Mittlerweile produziere ich beinahe ausschließlich in 5.1 Surround. Das alles mit einer Auflösung von 96 kHz 24 Bit. Diese Arbeitsweise ermöglicht es mir letztlich jede Form von akustischem „Derivat“ zu erstellen. Also z.B. 5.1 Mischungen für Planetarium Shows, Vinyl-Pressungen mit hoher Dynamik oder Standard Stereo-Mischungen für Veröffentlichungen auf CD bzw. angepasste Versionen für Downloads. Ich arbeite also im Prinzip einmal an einer hochqualitativen Basis und gehe dann Top-Down weiter. Je nachdem was benötigt wird.

5.1 Surround bietet dem Musiker deutlich mehr kreative Möglichkeiten, als beispielsweise ein Stereo-Mix. Maskierungseffekte treten nicht so sehr in den Vordergrund, weil sich das Klangmaterial besser im Surround-Feld verteilen lässt. Lässt sich der Mix vom heimischen Studio so einfach in das Planetarium-Umfeld übertragen?

Nein, überhaupt nicht. Die Abhörsituation im Studio ist optimiert. Alles ist eingemessen. Man hat in der Regel brauchbare Abhörmonitore zur Verfügung. Das alles ist nicht automatisch auf die Situation in einem Planetarium abbildbar. Zunächst ist kein Planetarium wie das andere. Selbst wenn die Kuppeln einen ähnlichen Durchmesser haben, so kann die Bestuhlung anders ausfallen und zusätzlich ist unterschiedliche Technik installiert. Die akustische Situation ist eine vollkommen andere, als „daheim“. Dann gibt es raumbedingt hörbare Laufzeiten. D.h. dass man im Mix und in der Darbietung vor Ort Delays nur punktuell einsetzen sollte. Ansonsten kann es passieren, dass der gesamte Sound zu „schwimmen“ anfängt. Im Grunde ist es schon so, dass man den Kuppelraum vorher sorgfältig vermessen sollte und die einzelnen Kanäle entsprechend gegeneinander verschiebt. Das macht natürlich keiner. Allerdings arbeiten moderne Planetarien schon intern mit hervorragend eingemessenen Lautsprecheranlagen, sodass sich das Problem im Mix nicht ergibt. Sehr gute Erfahrungen habe ich diesbezüglich im Zeiss Planetarium in Jena gemacht. In Hamburg ist das ebenfalls zu erwarten.

Ein weiteres Problem ist die Dämpfung des Raumes. Ein leeres Planetarium klingt anders als ein volles. So mancher schöne Soundcheck war plötzlich tot, wenn der Saal gefüllt gewesen ist. Hier muss man also immer ein wenig mit zusätzlichem Hall arbeiten und den Mix klanglich anpassen. Im LWL Planetarium in Münster (Januar 2017) lief alles so gut, dass ich im Endeffekt nur die Höhen im Master EQ leicht anheben musste.
Was im Surround-Mix wiederum sehr gut zum Tragen kommt, ist der Einsatz von automatisierten Surround-Fadern. Wenn du also Signale (z.B. Effekte) dynamisch im Raum positionierst oder „fliegen“ lässt, dann hast du im Planetarium natürlich ein beeindruckendes, akustisches Erlebnis. Aber dafür geht man ja als Musiker in die Planetarien.

Soweit ich weiß, hast du lange auf Band aufgenommen und bist dann irgendwann zum Recording per DAW am Computer gewechselt. Inwiefern hat sich seitdem deine Arbeitsweise verändert?

Das stimmt. Alles hat mit live eingespielter Musik begonnen, die ich zeitgleich auf meinem Kassettenrecorder aufgenommen habe. Mit Beginn der ersten ernsthaften Veröffentlichung 1986 („Head-Visions“), habe ich dann meine Stücke auf einer Teac Tascam 8-Spur Maschine aufgenommen. Das ging so bis ca. 1988. Zu dieser Zeit vollzog sich dann auch der technische Wandel weg von analoger und hin zu digitaler Technik. Das war so im Bereich der digitalen Klangerzeugung und auch im Aufnahmebereich. Zu dieser Zeit benutzte ich die Korg M1 und natürlich den Atari 1040ST mit Cubase. Damals war Cubase noch ein reiner Sequenzer. Dass daraus eine erwachsene DAW werden würde, konnte sich damals sicherlich niemand vorstellen. Für mich persönlich entstand dann aber ein Bruch. „Ernsthafte“ Rechner waren limitiert in den Möglichkeiten und für mich auch einfach unbezahlbar. Diese digitale Zwischenphase war für mich äußerst unbefriedigend und sogar 2009 produzierte ich mein Album „Celestial Movements“ noch mit dem internen Sequenzer der Roland Fantom G8, Workstation, wobei ich auch alle externen Synthesizer über MIDI mit dem G8 steuerte und alles dann sauber ausgepegelt aufgenommen habe. Bernd Scholl, mein damaliger Labelchef von MellowJet Records, riet mir dann ich solle mir doch mal Sonar von Cakewalk (damals noch von Roland) anschauen. Ich folgte dieser Empfehlung und war begeistert, was sich in den vergangenen Jahren alles getan hatte. Ein komplettes Tonstudio im Rechner war Realität geworden.

 

Die Einstiegshürde bei einer DAW wie Cubase ist sicherlich sehr anspruchsvoll. Wir bei Steinberg versuchen aber genau diese Hürde so gering wie möglich zu halten indem wir genau analysieren, wie die Anwender unsere Software einsetzen und verwenden, um sie daraufhin zu vereinfachen und zu verbessern. Du bist von Sonar aus zu Cubase gewechselt. Was hat dich zu diesem Schritt bewogen?

Ohne Vorkenntnisse mit einem derart umfangreichen System wie Cubase zu beginnen ist tatsächlich eine Herausforderung. Meine Erfahrungen mit Sonar über etliche Jahre hinweg haben mir aber geholfen, mich in das gesamte DAW Thema einzuarbeiten. So war es schließlich der Wille nach mehr, der mich bewogen hat zu Cubase zu wechseln. Aktuell arbeite ich mit Version 9 und die möchte ich nun wirklich nicht missen. Im Grunde ist es aber so, dass man sich viel Wissen über Ton- und Studiotechnik aneignen muss, um mit so einem mächtigen Instrument wie Cubase arbeiten zu können. Probieren, scheitern und neu probieren ist dabei sicherlich „part of the business“. Einem Einsteiger würde ich empfehlen mit Cubase Elements zu beginnen und Erfahrungen zu sammeln.

Mit HALion 6 bietet Steinberg ein sehr mächtiges Werkzeug zur Klangerstellung und Klangformung. Cubase bringt selbst auch einige Synthesizer wie den Retrologue 2 mit, der von vielen Musikern mit Begeisterung aufgenommen wurde. Nach wie vor setzt du eine Menge an Hardwaresynthesizern ein. Überzeugen dich Softwareinstrumente noch nicht?

Das ist ganz und gar nicht der Fall. Ich benutze alles, was in meinem musikalischen Sinn vernünftig klingt. Das sind analoge und digitale Synthesizer genauso, wie gute PlugIns. Das ist auch auf der Bühne so. Vor kurzem habe ich ja im LWL Planetarium in Münster gespielt und da hatte ich Hardware und Software gleichermaßen am Start. Ich mache da keine Unterschiede.

Es ist sicher inspirierender an einem realen Instrument mit einer Komposition zu starten, als beispielsweise mit einer leeren Partitur am Computer. Wie startest du bei einem neuen Track – wovon lässt du dich inspirieren?

Ich sehe auch da keinen allzu großen Unterschied. Wenn das Masterkeyboard stimmt, kann man sehr wohl unmittelbar in den Computer „reinkomponieren“. Der ist letztlich auch nichts anderes, als ein leeres Notenblatt. Inspiration für ein Stück kann man überall und in jeder Situation bekommen. Gerade wenn man sich mit belanglosen Dingen beschäftigt, kommen einem Ideen. Ein Zeichen dafür, dass das Gehirn im Prinzip ständig im Hintergrund komponiert. Im Studio kann es ein einzelner Sound sein, der einen auf einen interessanten Pfad führt. Wichtig ist mir eigentlich nur eines: vermeiden, dass man nicht abgelenkt wird, sondern dass man frei arbeiten kann. Im Grunde muss man in einen Flow-Zustand kommen können. Dann passieren eben auch Dinge, die nicht vorhersehbar waren. Manchmal sind es sogar bessere Dinge. Bei meinen eigenen künstlerischen Projekten schaffe ich mir Vorgaben durch bestimmte Bilder oder Themen. Ich bin ein großer Fan von Konzeptalben, weil es einen thematischen Kern gibt, an dem man sich abarbeiten kann. Meine Alben „Antimatter“, „Utopia“ oder „Paradise“ sind gute Beispiele dafür.

Apropos Konzeptalbum: Kannst du uns etwas zur Entstehungs- und Findungsgeschichte zu deinem Album „EMpathy“ erzählen?

Nun, zunächst arbeite ich noch an der Fertigstellung meines aktuellen Albums „Disintegration“, dass Ende Februar auf meinem Label MIRecords erscheinen wird und dass ich gerade im LWL Planetarium in Münster aufgeführt habe. „Disintegration“ ist meine musikalische Auseinandersetzung mit einer Welt, die sich nicht nur immer schneller verändert, sondern in der sich die bekannten Muster und Strukturen aufzulösen scheinen. Etwas verändert sich. Das können sicherlich viele Menschen nachvollziehen. Und es fühlt sich nicht unbedingt gut an. Ich bin nicht gerade ein typischer Schwarzseher, der hinter allem etwas dunkles vermutet, aber die letzten Jahre haben uns alle vor Herausforderungen gestellt, die wir eigentlich nicht gesucht und gewollt haben. Auch sehe ich gerade keinen Silberschein am Horizont, der auf bessere Zeiten hoffen lässt. Es ist ein Gefühl; eine bestimmte Stimmung, die ich in diesem Album zu reflektieren versuche. Insofern wird die Musik auf „Disintegration“ eher ruhig und eher experimentell sein. Vielleicht auch melancholisch. So wie wir Menschen braucht auch Musik ihren Raum zum „atmen“. Das versuche ich mit „Disintegration“ auszudrücken.

„EMpathy“(die Schreibweise ist korrekt) wird dann in eine andere, deutlich dynamischere Richtung gehen. Auf diesem Album wird es darum gehen Energien, die sich im Laufe der Zeit aufgestaut haben, rauszulassen. Mehr will ich an dieser Stelle noch nicht dazu verraten.

Wirst du im Hamburger Planetarium das Album reproduzieren? Ist das überhaupt technisch machbar oder musst du dabei Kompromisse eingehen? Und was war die größte Herausforderung, als du das Live-Set vorbereitet hast?

Ausgewählte Stücke meiner Alben werde ich unter Einsatz von Cubase reproduzieren, wobei hier wieder viel Raum durch live dazu gespielte Synthesizer eingeräumt wird. Es wird sicherlich auch Momente geben, wo ich mich der reinen Improvisation hingebe. Aber da wir im Planetarium ja auch eine schöne Show vorbereiten wollen, müssen die Techniker schon ziemlich genau wissen, was wann passieren soll. Ohne einen zeitlichen Rahmen kann man das nicht bewerkstelligen. Da ich auch auf der Bühne mittlerweile mit einem einfachen, aber effizienten Dante Audio-Netzwerk arbeite, kann ich auch unmittelbar meine Solo-Synthesizer im Surroundfeld positionieren. Und das ohne zusätzliches Mischpult.

 
 

Mittlerweile ist es für viele Künstler schwierig geworden, Erlöse aus den Albumverkäufen zu erzielen. Immer weniger CDs werden verkauft, Vinyl erlebt gerade eine Renaissance. Streamingdienste wie Spotify sind bei den Konsumenten sehr beliebt, zahlen sich aber für viele Künstler nicht aus. Daher halten viele Künstler Ausschau nach Alternativen, um ihre Musik zu präsentieren. Deine Musik ist sehr sphärisch und lädt zum Träumen oder gar Meditieren ein und passt demnach vorzüglich in ein Umfeld, wie die des Planetariums. Kannst du dich noch an dein allererstes Planetariumskonzert erinnern? Und wie bist du auf die Idee gekommen, genau dort deine Musik aufzuführen?

Ein Label für meine Musik (und früher auch für andere Künstler) habe ich seit 1986. Ursprünglich war das Label als zweites, wirtschaftliches Standbein neben meiner eigenen Karriere als Solo-Künstler gedacht. Allerdings muss ich ehrlich sein: das hat aus vielen Gründen so nicht funktioniert. Ein Label zu besitzen heißt Verantwortung für andere zu übernehmen. Das war mir Anfangs in dieser Tiefe nicht klar. Wenn man parallel seine eigenen Ziele verfolgt, kann man nicht oder nur wenig für andere da sein.

Der zweite Aspekt war eher ökonomischer Natur. In der Zeit, als das Plattenbusiness noch klassische Strukturen hatte, also das Produkt von der Produktion, über den Vertrieb in den Handel ging, kombiniert mit brauchbarem Airplay im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, funktionierte das Label sogar ganz gut, obwohl elektronische Musik auch damals ein Nischendasein fristete. Dann begann die Phase der selbstproduzierten und selbstgebrannten CD-Rs, wo man sich nicht mehr sicher sein konnte ob Künstler, die man unter Vertrag nehmen wollte, ihre Werke nicht vorher schon selbst auf CD-Rs verhökert hatten (das ist mir tatsächlich so passiert).

Mit dem Web 2.0 waren dann endgültig alle klassischen Marktstrukturen am Ende. Die Ergebnisse und Konsequenzen sind bekannt und jeder muss seine eigenen Antworten und Strategien darauf finden. Meine sieht so aus, dass ich mich auf meinem Label ausschließlich selbst vermarkte und keine Fremdproduktionen mehr annehme. Darüber hinaus bin ich ein großer Gegner des Streaming. Für Musiker, die eine Musik für ein spezielles Publikum machen, ist die unkontrollierte Feilbietung im Internet der wirtschaftliche Todesstoß.

Ich habe mich aus den meisten Portalen komplett rausgezogen und habe nur noch EINE Quelle, aus der man meine Musik legal beziehen kann. Das ist mein Shop auf Bandcamp und der Merchandising Tisch auf meinen Konzerten. Wer die Musik haben will, bezahlt auch dafür. Damit kann ich zwar den Diebstahl im Internet nicht komplett verhindern, aber doch ein wenig eindämmen.

Zum zweiten Teil Deiner Frage. Mein erstes Konzert in einem Planetarium habe ich 1987 unter dem Titel „Electronic Goes Benefit“ gegeben. Das Planetarium am Insulaner im damaligen West-Berlin hatte seine Kuppel durch einen Brand verloren. Da ich immer schon von Astronomie begeistert gewesen bin lag es nahe, dass Haus mit dieser Idee zu unterstützen. Insgesamt waren es sogar drei Konzerte an zwei Tagen, wobei der damalige Sender Freies Berlin sogar einen Übertragungswagen hingestellt hat, um das Konzert mitzuschneiden und zeitversetzt zu übertragen. Das war schon ein Erlebnis.

Magst du den Lesern zum Abschluss dieses Interviews noch kurz einen Einblick geben, welche Steinberg Software du verwendest und was deine Highlights sind?

Wie bereits erwähnt bin ich nun bei dem sehr stabilen Cubase Pro 9 in Verbindung mit Rednet Interfaces von Focusrite. Bei kleineren Gigs setzte ich aber auch gerne das UR44 von Steinberg ein. Und zum Mastern verwende ich WaveLab 8.5. Alles läuft hier zur vollsten Zufriedenheit.

Mit freundlicher Genehmigung von OKEY-Magazin Herrn Claus Riepe

Quelle: https://www.okey-online.com/index.php?a=home

OKEY 135 KM_LM Interview

Ausgabe Mär / Apr 2017

Text:

Wenn sich zwei Top-Acts der elektronischen Musik erstmals zu einem gemeinsamen Konzert zusammentun, dann sind wir von OKEY natürlich auch nicht weit. Synthesizermusik vom Feinsten, mal verträumt, mal mit kraftvollem Rhythmus vorantreibend, oder einfach „spacig“ stand auf dem Programm, dass das Berliner Szene-Urgestein Bernd Kistenmacher und das Erfolgsproduzenten-Brüderpaar Giorgio und Martin Koppehele unter ihrem Multi-Media Projekt „Lichtmond“ am 21. Januar im Planetarium Münster erstmals gemeinsam auf die Bühne des Münsteraner Planetariums brachten.

Premiere unterm Sternenhimmel

Nun ist die elektronische Musik, um die es hier geht, natürlich eine ganz andere Richtung, als die Musik, die wir Orgel- und Keyboardspieler landläufig auf unseren Instrumenten spielen. Gleichwohl ist es eine spannende, hörenswerte Musik, zu der es auch durchaus viele Überschneidungen gibt. Und wer kennt nicht auch die großen bekannten Namen der Synthesizermusik wie Jean-Michel Jarre, Vangelis, Tangerine Dream oder auch Kraftwerk und viele andere mehr…

Der 1960 geborene Berliner Bernd Kistenmacher wurde bereits in jungen Jahren durch die psychedelische Popmusik der Endsechziger beeinflusst. Anfang der 1970er Jahre stieg dann ausgerechnet in seiner Heimatstadt Berlin eine ganz neue Musik empor, Protagonisten wie eben Tangerine Dream oder Klaus Schulze gaben ihre ersten Konzerte und präsentierten eine ganz neue Musik fernab der eingetretenen Wege des Mainstream-Pop und Rock. Als Mauerkind, das in einer rundherum zugemauerten Stadt groß wurde, war das Bestreben nachvollziehbar, nach oben zu gucken, auch daher wohl die Begeisterung des jungen Bernd Kistenmacher für diese flächige, kosmische Musik. Dieser Stil, unter Fans als die „Berliner Schule“ berühmt geworden, hat Bernd Kistenmacher und seine eigene spätere Musik geprägt.

Ab den frühen 1980er Jahren folgten erste eigene Aufnahmen und auch Live-Auftritte. Anfangs deutlich von der Berliner Schule inspiriert, hat Bernd Kistenmacher inzwischen zahlreiche CDs veröffentlicht ist auch immer wieder live in Planetarien und bei verschiedenen Szene-Veranstaltungen zu hören. Musikalisch hat sich Kistenmacher immer weiter emanzipiert, lässt heute auch orchestrale Elemente, Weltmusik und andere Einflüsse in seine Musik einfließen.

Sein neuestes Album mit dem Titel „Disintegration“ wird in Kürze erscheinen und kann direkt über die Webseite des Künstlers unter www.berndkistenmacher.bandcamp.com als CD oder Download bezogen werden.

Immer auf der Suche nach neuen Ideen und auch Einflüssen kam Bernd Kistenmacher die Idee, seine Musik mit den Klängen und auch Bildern von Lichtmond, jenem audiovisuellen Projekt der beiden Münchner Produzenten Martin und Giorgio Koppehele zu verbinden (www.lichtmond.de). Die beiden Brüder sind seit vielen Jahre eine Top-Adresse für hochwertige Produktionen und dürfen Namen wie Placido Domingo, Alan Parsons, Midge Ure, Boy George, aber auch Lou Bega, Shari Belafonte oder den deutschen Schlagerstar Nicole zu ihren Kunden zählen. 2010 erschien das erste Werk ihres Projektes „Lichtmond“, dass eine aufwändige, in Mehrkanalverfahren produzierte Musik – bestehend aus Elektronik, aber auch Pop- und Rockelementen und Gesang – mit einer aufwändigen Visualisierung durch hochauflösende Fantasie-Bilderwelten verbindet. Mit ihren entsprechenden DVD- und Blu-Ray Produktionen sind Lichtmond dabei besonders bei den Heimkino-Freunden zu einem Inbegriff geworden. Ihre Produktionen gelten in Fachkreisen als Referenz für hochwertigen Surround- und 3D-Sound und Bild.

Ein festes Standbein haben sich Lichtmond aber auch mit Planetarien-Shows geschaffen, die in Zusammenarbeit mit dem Planetarium Hamburg entstanden sind und die mit bestem Erfolg weltweit verkauft werden. Die neueste Kreation „Days of Eternity“ auf diesem Sektor werden Lichtmond bei einer großen Premierenfeier im Rahmen der Neueröffnung des renovierten Planetariums in Hamburg am 22. Februar präsentieren. Ab dem 24.2. läuft sie dann auch regelmäßig im Planetarium. Die genauen Termine und Buchungsmöglichkeiten gibt es auf der Webseite www.planetarium-hamburg.de.

Bernd Kistenmacher wird dann am 22. April ebenfalls im Planetarium Hamburg ein Konzert geben. Auch diesen Termin sollten sich Fans und Interessenten schon mal vormerken. Tickets gibt es ebenfalls direkt auf der Planetariums-Webseite.

Zwei interessante musikalische Biografien haben sich hier zusammengefunden, und so versprach der Konzertabend im Planetarium Münster ein besonders spannender zu werden, und das nicht nur für die Ohren, sonder auch für die Augen. Vor dem Konzert hatten wir Gelegenheit, sowohl mit Bernd Kistenmacher, dem Initiator dieses gemeinsamen Konzertes, und auch mit Lichtmond ausführliche Interviews zu führen:

OKEY: Bernd, du bist in Berlin, der Stadt, die die elektronische Musik ab den frühen 1970er Jahren geprägt hat wie keine andere, aufgewachsen und schon früh von dieser Musik fasziniert worden. Gab es damals auch schon erste Kontakte mit der Szene und ihren Protagonisten?

Bernd Kistenmacher: Nein, ich war ja noch zu jung, um die ganze Hippie-Zeit selbst bewusst mitzuerleben. Die Leute, die diese Musik lebten, waren damals ja alle mindestens 10, 15 Jahre älter als ich. Ich war die ersten rund 20 Jahre meines Lebens erstmal einfach nur ein Fan dieser Musik. Und eine Liebe zu den Tasten gab es durchaus auch schon früh. Mein Vater hat bereits früh versucht, mir das Klavierspielen beizubringen. Dass er damit nicht so richtig erfolgreich war, lag wohl an der Pädagogik, aber sicher auch an meiner damals mangelnden Disziplin dafür. Aber die Liebe zu den Tasten war eigentlich immer da.

OKEY: Du bist also eher Autodidakt, was deine musikalische Ausbildung angeht?

Bernd Kistenmacher: Genau!

OKEY: Wann hast du deinen ersten eigenen Synthesizer gekauft?

Bernd Kistenmacher: Das war 1981. Erst hatte ich versucht, mir selbst ein Modularsystem aufzubauen, aber das verschlang nur Geld, ging aber irgendwie nicht richtig voran. Das war übrigens ein System, dass Robert Schröder damals entwickelt und auch in einem Buch veröffentlicht hat.

So fing ich dann an, mir allmählich meine Synthesizerburg zusammenzukaufen. Wir hatten damals das Glück, dass es in Westberlin noch Radiosendungen gab, die die elektronische Musik sehr oft gespielt haben, und dabei neben der Musik auch die Technik in den Vordergrund stellten. Ich war damals Besitzer eines ARP2600, eines ARP Odyssey und eines Sequenzers und habe für das Radio Testbericht gemacht. So bin ich über die technische Seite immer mehr auch in das Musikalische eingedrungen.

OKEY: Wann ist deine erste Aufnahme erschienen?

Bernd Kistenmacher: Das war 1984, eine erste Cassette, die dann auch im Radio gespielt wurde. Naja, und wenn man sich dann selber das erste Mal im Radio hört, möchte man natürlich mehr davon. 1985 habe ich dann mein erstes Konzert gegeben. Und ab 1986 fing dann allmählich auch die damalige Elektronik-Szene an, auf mich aufmerksam zu werden.

OKEY: Du hast vorhin schon das Stichwort „Synthesizerburg“ benutzt. Früher war es ja üblich, dass man als Synthesizer-Musiker auf allen Seiten von Tasten und Geräten flankiert war. Wenn ich mir Bilder von deinen heutigen Auftritten anschaue, dann ist das durchaus noch Thema für dich?

Bernd Kistenmacher: Natürlich viel eleganter heute, aber grundsätzlich hast du Recht! Ich sag mal so: das war wohl mal eine Zeitlang auch out, aber ist wieder schick und legitim, weil, klar, eine gewisse Vielfalt an Instrumenten und Aktion darauf natürlich auch spannender ist als nur ein Notebook.

OKEY: Wie hat sich für dich die Art des Musizierens mit elektronischen Instrumenten verändert? Früher, in analogen Zeiten konnte man ja längst nicht so viel vorproduzieren oder speichern, und die Eigenheiten der Geräte sorgten auch für manchen Überraschungseffekt?

Bernd Kistenmacher: Für manche Effekte usw., die man nicht auch noch live mit den 25. Keyboard machen konnte, liefen natürlich damals auch schon Bandmaschinen mit. Aber ich glaube, dass die Art, wie man auf der Bühne arbeitet weniger mit der Technik, als mehr mit der Komposition zu tun hat. Je strukturierter ein Stück ist, desto mehr musst du dir Gedanken darüber machen, wie du es live umsetzt. Du kannst natürlich einfach einen Sequenzer laufen lassen und dann dazu improvisieren. Das war in den Frühzeiten der Berline Schule auch eine typische Arbeitsweise. Man hat ein Muster gestartet und dann eine Stunde gespielt und abgewartet, was sich entwickelt. Wenn du aber ein Stück komponieren willst, dann kommst du nicht drum herum, Werkzeuge wie eben z.B. eine DAW auf dem Rechner einzubinden, die das Gerüst für das Stück liefert und worüber du dann live spielst. Meine Stücke lassen mir da auch genügend Freiraum für das Livespiel. Klar, man will ja nicht einfach auf einen Knopf drücken und eine CD abspielen, es soll ja was passieren und Action auf der Bühne sein.

OKEY: Setzt du viel Software-Instrumente ein?

Bernd Kistenmacher: Ja, klar. Mir war dieser Grabenkrieg zwischen Analog und Digital, Hard- oder Software immer schon zuwider. Wichtig ist das, was klingt. Und die Plug-Ins haben heute eine so hervorragende Qualität. Manche sind klanglich so interessant, dass man auch gar nicht mehr daran vorbei kommt, wenn man bestimmte Sounds machen will.

OKEY: Wie sieht es live aus? Ist der Hardwaresynth mit Tastern und Reglern da nicht immer noch im Vorteil?

Bernd Kistenmacher: Wieso? Ich habe z.B. das gesamte Native Instruments Paket laufen, und dazu das Komplete Kontrol Keyboard. Da kannst du auch live super auf alles zugreifen und direkt eingreifen. Das einzige, dass nicht schlapp machen darf, ist dein Rechner (lacht).

OKEY: Benutzt du Apple oder Windows?

Bernd Kistenmacher: Windows!

OKEY: Aber gibt es einen persönlichen Lieblings-Synthesizer für dich, auf den du keinesfalls verzichten möchtest?

Bernd Kistenmacher: Ja klar, das ist der MiniMoog! Das ist einfach die Gitarre des Keyboarders und DER Solo-Synthesizer für mich.

OKEY: Sprechen wir über deinen Stil. Früher war es ja schon unverkennbar Berliner Schule, aber dann wurde es breiter? Was macht heute den Kistenmacher-Stil aus?

Bernd Kistenmacher: Gut, also die Schublade, in die man gesteckt wird, kann man sich eh nicht aussuchen. Daher sehe ich das inzwischen auch sehr gelassen und kämpfe dagegen nicht mehr an. Für mich ist es schon lange keine Berline Schule mehr. Ich habe mich deutlich von diesem Stil wegbewegt, mehr in Richtung orchestrale Komposition, was viel mehr mein Ding ist. Genauso, wie es mich auch sehr interessieren würde, einmal etwas im Bereich Filmmusik zu machen.

OKEY: Dafür fehlt es bisher noch an Angeboten, oder warum bist du in dem Bereich noch nicht tätig geworden?

Bernd Kistenmacher: Es ist einfach sehr schwer, in diese Branche hineinzukommen. Es gibt natürlich heute viele Leute, die in der Lage sind, aus ihren Studios zuhause einen sehr ausgefeilten Sound zu liefern. Entsprechend groß ist hier die Konkurrenz. Hier muss man mit Originalität kontern, und natürlich auch das Glück haben, entdeckt zu werden. Ich möchte das aber auch noch weiter forcieren. Immer nur CD – Konzert – CD – Konzert ist allein auch nicht erfüllend.

OKEY: Heute spielst du zusammen mit Lichtmond, die ja neben der Musik auch viele visuelle Elemente einsetzen. Wäre so etwas auch ein Thema für dich?

Bernd Kistenmacher: Na klar! Ich habe ja immer schon gern in Planetarien gespielt, und diesen Apparat für solche Musik zu nutzen funktioniert auch gut. Heute machen wir es dann auch so, dass ich mich mehr auf das Planetarium selbst zurückziehe und Lichtmond machen dann ihre 4K Fulldome Show.

OKEY: Wie seid ihr zusammen gekommen?

Bernd Kistenmacher: Naja, sagen wir mal so: Facebook ist nicht nur für schlechte Dinge gut (lacht). Wir standen schon seit geraumer Zeit in Verbindung. Und im letzen Sommer hat sich dann ein Besuch im dortigen Studio ergeben. Wir waren uns gleich sympathisch und es gab auch gleich Ideen, was man zusammen machen könnte – und hier sind wir jetzt! Heute ist die Premiere, und es wird sicher noch mehr geben in der Zukunft.

OKEY: Ist es eigentlich eine zwangsweise Symbiose, dass diese Art der Musik immer mit dem Themenbereich Weltraum und Kosmos assoziiert ist? Wir sind ja heute auch im Planetarium.

Bernd Kistenmacher: Ich verstehe deine Frage schon, und in der Tat ist das sicher ein mittlerweile sehr breitgetretenes und zu selbstverständliches Thema. Wenn man seine Musik woanders sehen will, muss man sie eben auch woanders präsentieren.

OKEY: Als diese Musik früher neu aufkam, hing ihr natürlich auch etwas exotisches, mystisches an. Heute braucht man nur das (Internet-)Radio anmachen und findet sofort Tausende von Sendern, die Ambient, Lounge usw. spielen. Geht man da mit einer Musik wie du oder ihr sie macht, nicht unter mittlerweile?

Bernd Kistenmacher: Die Frage ist: will man dort präsent sein? Muss man auf jedem Sender oder in jedem Streaming-Kanal dabei sein? Ich bin da mittlerweile auf einem ganz anderen Weg und ziehe mich aus solchen Angeboten immer mehr zurück. Natürlich produzieren wir unsere Musik nicht nur, weil es Spaß macht, sondern auch, weil wir Geld verdienen wollen und müssen. Es gibt also auch immer einen wirtschaftlichen Aspekt. Es nützt mir nichts, wenn ich irgendwo Millionen von Klicks habe und dann eine Abrechnung von 17 Euro 50 bekomme. Damit bin ich nicht berühmter geworden, sondern einfach nur beliebiger, und das möchte ich nicht. Ich biete meine Platten daher auch nur noch zentral über meinen eigenen Webshop an. Man muss sich als Künstler auch etwas exklusiv machen. Wenn jemand die Musik haben möchte, dann muss er auch ein bisschen Energie aufwenden, um daran zu kommen. Da ist eine Musik, die finde ich toll, die bekomme ich nur dort und die hat einen Wert für mich. Das schafft auch eine andere Beziehung zu den Leuten.

OKEY: Wo sitzen deine meisten Fans?

Bernd Kistenmacher: Die kommen von überall her! Der Kernbereich liegt natürlich in Europa, aber ich verkaufe auch Platten nach Amerika oder nach Australien beispielsweise.

OKEY: Wie sieht das Publikum aus? Erreicht man auch ein junges Publikum mit dieser Musik?

Bernd Kistenmacher: Da muss man sicher ehrlich sein: Ich bin ein Kind der 70er, und die meisten Fans sind es auch. Viele halten mir auch seit Jahrzehnten die Treue. Es kommen auch immer wieder welche neu dazu, aber das sind dann auch Leute mittleren Alters und aufwärts. Die Musik, die wir machen, ist natürlich auch keine, die man so „im Vorbeigehen“ hört, da muss man sich drauf einlassen und sich Zeit dafür nehmen. Dazu ist natürlich auch nicht jeder bereit.  

OKEY: Wie gehst du an neue Stücke ran? Lässt du dich von Klängen aus deinen Instrumenten inspirieren, oder arbeitest du erst Melodien aus, die du dann vertonst? Was ist deine Inspirationsquelle?

Bernd Kistenmacher: Das meine ich ganz ernst: Hausputz ist eine super Inspirationsquelle. Du glaubst gar nicht, auf was für Ideen du kommst, wenn du den Besen oder Schrubber schwingst (lacht). Spaß beiseite: Manchmal befindet man sich eben auch nur im ganz profanen Leben, und dann kommt dir plötzlich eine Eingebung, eine Melodie in den Sinn, die du dann schnell festhältst. Aber es gibt natürlich auch diese „free flow“ Momente, wo du einfach was laufen lässt und mal schaust, wo die Reise hingeht.

OKEY: Das ist das Stichwort, Bernd! Vielen Dank für das Interview, und ich freue mich jetzt auf Euer Konzert und wo es dabei musikalisch hingeht! Viel Erfolg auch für deine nächsten Konzerte und deine neue CD „Disintegration“!

Bernd Kistenmacher: Die CD wird ab Ende Februar über meinen Webshop erhältlich sein, und natürlich auch bei meinen Konzerten, das nächste Mal wie gesagt am 22. April in Hamburg. Ansonsten einfach mal bei mir auf der Webseite www.berndkistenmacher.com vorbeischauen, da sind immer alle aktuellen Termine drauf.

10 Fragen an Bernd Kistenmacher

Von Stefan Erbe   September 2011

Das ganze Interview findest Du hinter folndem Link:

Quelle: https://www.empulsiv.de/interviews/115-10-fragen-anbernd-kistenmacher

1. Was war für Dich die erste bewusste Begegnung mit „elektronischer Musik“?

Die erste Begegnung fand statt, als ich 11 Jahre alt (1971). Meine Cousine, die damals voll auf Hippie war, spielte mir Platten von Pink Floyd und den Silver Apples vor. Dann kam Kraftwerk mit „RuckZuck“ und wenig später Aphrodite’s Child. Dieser ganze psychedelische Sound machte mich rasend und ich bin dankbar dafür, dass ich diese Zeit erleben durfte. Ganz ehrlich. Die siebziger Jahre waren doch wirklich phantastisch in musikalischer Hinsicht. Alles war neu und es gab soviel zu entdecken. Das gerade auch in Berlin. Ich erinnere mich noch wie heute, dass ich damals nur in mein Lieblings-Plattengeschäft Musicland zu gehen brauchte und wieder lag eine neue Platte da, wo „Moog Synthesizer“ und „Sequencer“ in den Credits stand. Die konnte manblind kaufen. Das war herrlich. Und das hat mich natürlich geprägt. In so mancher Hinsicht.

Von M. Hanns 31. Dezember 2012

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Presentation of „ANTIMATTER“ Feb 2012

CERN Bulletin about Antimatter